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Urbaner Hochstand
11.08.2010
Urbaner Hochstand
Auf dem Gelände der größten Baustelle Wiens steht seit kurzem der höchste begehbare Holzturm Europas. Als Bestandteil des Informationszentrums „Bahnorama“ ermöglicht er ungewohnte Ein- und Ausblicke auf das Projekt Hauptbahnhof Wien.

Das Projekt Hauptbahnhof Wien ist mit einer Größe von 109 ha die derzeit bedeutendste Infrastrukturmaßnahme und Megabaustelle der österreichischen Hauptstadt. Nicht nur ein hochmoderner Bahnhof und wichtiger Knotenpunkt des transeuropäischen Schienennetzes soll auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs entstehen, sondern ein neuer Stadtteil. Eine angegliederte BahnhofCity wird Geschäfte, Lokale, Hotels und Büros beherbergen. In unmittelbarer Nähe werden ein 8 ha großer Park, 5.000 Wohnungen, sowie Kindergärten und Schulen entstehen.

Seit Jänner 2010 wird der Südbahnhof bereits abgetragen. Parallel dazu haben die Arbeiten am Hauptbahnhof bereits begonnen und bis zu 400 Arbeiter, sowie 100 Baugeräte sind dabei im Einsatz. Im Dezember 2012 erfolgt die Teilinbetriebnahme der Verkehrsstation. Das gesamte Projekt soll 2015 fertiggestellt werden und dann als zentrale Verkehrsdrehschreibe für 1.000 Züge und 145.000 Menschen pro Tag fungieren.

Um alle Anrainer und Interessierten über das Jahrhundertprojekt, bei dem auch ALPINE als ARGE-Partner beteiligt ist, zu informieren, wurde ein Informationszentrum am Rande der Baustelle eingerichtet. Bahnorama bietet Einblicke in das Baugeschehen und Ausblicke auf die Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofes. Neben einer Ausstellung sind auch verschiedene Veranstaltungen und ein Cafe geplant. Die Eröffnung findet am 19. August 2010 statt.

Das Highlight des Informationszentrums stellt unbestritten der hölzerne Aussichtturm dar. Mit 66,72m ist er der höchste begehbare Holzturm Europas. Der Aufbau fand bereits im März statt. Mit Hilfe eines 400 Tonnen Krans mit 70 Meter langem Ausleger wurden die vorgefertigten Module von jeweils 15 Metern hochgehoben und montiert. Keine besonders leichte Aufgabe im dicht bebauten städtischen Raum.

Als Material wurde heimisches, unbehandeltes Fichtenholz verwendet. Holz steht für einen umweltfreundlichen Rohstoff und für einfach Montage und Demontage der Konstruktion. Die Umsetzung der Vision von einem hölzernen Turm in die Realität war allerdings nicht immer einfach: „Die ersten Statiker, die wir fragten, winkten ab und empfahlen Stahl.“, erzählt Hans Schartner von RAHM Architekten in einem Interview, „Doch schließlich fanden wir einen Statiker und Zimmermeister in einer Person, Ing. Hans Matzinger, der uns darin bestärkte, dass es möglich sei, eine den heutigen Sicherheitsnormen entsprechende Konstruktion aus Holz zu entwickeln. Zu unserem ersten Treffen brachte er ein Buch über Jäger-Hochstände mit.“ Wer also beim Anblick des Aussichtsturmes am künftigen Hauptbahnhof an einen urbanen Hochstand denkt, liegt goldrichtig. Jagd auf die Stadt darf hier aber jeder machen: Zwei Panoramalifte ermöglichen auch unsportlichen Besuchern einen spannenden Anblick.

Bildergalerie “Bahnorama”

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